26. Januar 2014

The Desolation of Smaug & (m)eine Kritik am Mainstream

Nach einer gefühlten Ewigkeit und drölftausend "Wer kommt mit mir ins Kino?", habe ich den zweiten Teil der Hobbit-Trilogie mit dem wunderbaren Namen SMAUGS EINÖDE oder THE DESOLATION OF SMAUG nun endlich in der vergangenen Woche in 3D geschaut.

Sollte jemand den Film noch nicht gesehen haben, weil er wie ich nur computergenerierte Freunde hat, möge er jetzt bitte weghören, denn nun wird geSPOILERt.


THE DESOLATION OF SMAUG...und meine Frage an Peter Jackson, WARUM? Zuerst ein Mal, ich liebe Mittelerde mit all seinen Geschichten, Charakteren und Erscheinungen (falls es einem noch nicht aufgefallen sein sollte...). Doch der zweite Teil vom Hobbit lässt mich an der Verfilmung des wirklich wunderbaren Buches zweifeln. Wie erwähnt, habe ich das Buch gelesen. Es ist schon ein paar Monde her, doch habe ich noch eine lebhafte Vorstellung von dem Aufeinandertreffen von Bilbo, Gandalf und den Zwergen, der Reise, die sie antreten und den Geschöpfen, denen sie begegnen. Ich habe eine Vorstellung vom Düsterwald, versetzte mich in Kili & Filli und hatte Beorn vor meinem geistigen Auge.

Und da kommen wir auch schon zum Ersten und für mich entscheidenen Punkt: BEORN. Warum sieht Beorn aus, wie ein Überbleibsel aus Stargate? Beorn ist mit Abstand mein Lieblingscharakter im Buch, ein großer, starker Mann, ein Gestaltenwandler, der die Form eines mächtigen Bäres annehmen kann. In meiner Vorstellund war er, zumindest in seiner Menschengestalt, ein Khal Drogo oder zumindest einer, der locker mit einem der 300 Spartaner mithalten kann. Woher kommt dann also dieser Stargate-Typ mit seinem abnormalen Gesicht? Ich weiß, wir sind hier im Genre Fantasy, das ist mir durchaus bewusst, doch hatte ich während des Films das Gefühl, dass man das Buch nur halbherzig überflogen hat. Da ist dieser Gestaltwandler, der eine große Rolle im Buch spielt, welche auch über mehrere Seiten geht und dann verwurstet man ihn in einem 3 teiligen (!!!) Film gerade mal gefühlte 5 Minuten?

Ein weiterer GANZ großer Punkt auf meiner Liste ist SMAUGs deutsche Sychronstimme. Smaug wird im deutschen synchronisiert von Sascha Rotermund und im englischen von Benedict Cumberbatch. Wer den Film in Deutsch gesehen hat und nun weiß, wer ihn im englischen synchronisiert, müsste wissen, dass DAS ein stimmlicher Unterschied wie Tag und Nacht ist. Ich will Herrn Rotermund nicht schlecht reden, er hat eine gute Stimme, doch ist die für Smaug nicht gemacht. Ich HASSE die deutsche Smaug Synchro. Solch ein Drache, ein altes, weises Wesen muss eine rauchige, alte Stimme haben und dennoch nicht alt klingen. Wenn dieser Drache nun schon spricht, dann sollte mich das nicht an DRAGONHEART erinnern, sondern mich erzittern lassen. Ich will diesem Drachen voller Erfurcht entgegentreten und jede Sekunde des Filmes befürchten, dass mich dieser geflügelte Schmelzofen quasi in den Feuern des Schicksalsberges verbrennen lassen kann, wenn er es nur will. Doch in deutsch hört er sich an, als wäre er Teil eines 150. NICHT NOCH EIN TEENIE FILM Streifens.

Somit kommen wir dann auch zum dritten Punkt: der Film hat soviel Handlung, wie ich Ahnung von Star Wars, nämlich fast NULL. Somit schließe ich den vierten und letzten Punkt gleich an: ein ca. 380 Seiten starkes Buch in 3 Teile umzuwandeln ist vollkommen unnütz (wir erinnern uns, DER HERR DER RINGE hat weit über 1.000) und AUSSCHLIEßLICH Geldmacherei. Versteht mich nicht falsch, ich bin überglücklich, dass ich mehr aus Mittelerde sehen darf, aber wünsche ich mir als Mittelerde/Tolkien-VollNERD eine ordentliche Handlung und einen Film, der dem HERR DER RINGE wenigstens ansatzweise würdig ist. Und das ist der Hobbit in keinem Fall. Der Hobbit ist leider einfaches Popcornkino für jedermann. Klar, ganz unterhaltsam, aber halt für Familien und der pure Mainstream um tausende ins Kino zu locken. Wenn man ehrlich ist, fehlt es dem geneigten Mittelerde Fan einfach an Anspruch und vor allem an Liebe, Liebe zu dem was ein Herr Tolkien dort geschaffen hat. Es mag sein, dass dies Peter Jacksons (samt Crew) Ansicht der Geschichte ist, doch diese teile ich (mit sicher vielen anderen Fans) nicht. Für mich ist es einfach nur ein Weg, mehr Profit aus einer Welt zu machen, die so viele Anhänger hat.

Schlussendlich hat mich der Film zwar unterhalten, aber das hat mich auch ein AVENGERS oder DAS VERMÄCHTNIS DER TEMPELRITTER, was in meiner Welt der Inbegriff von Popcornkino ist. So bleibe ich nun irgendwie unbefriedigt zurück, in der Hoffnung, dass der dritte und letzte Teil mit der anstehenden Schlacht und dem großen Verlust mehr in mir bewirkt als dieser zweite Hobbit Streifen.

Um zum Schluss noch etwas Positives zu erwähnen, möchte ich sagen, dass ich AZOG einfach liebe und auch Dol Godur unheimlich gut dargestellt finde. Positiv zu erwähnen sind auch die Anleihen zum HERR DER RINGE, wie Beispielsweise das Zitat: "Und dieses Wechselbalg eines Orks?" "Das ist mein Sohn Gimli". Wirklich großartig - ich habe Tränen gelacht! Die Schauspieler sind gut gecastet und Neuseeland, also das wahre Mittelerde, ist wie immer bezaubernd. Man sollte den Film gesehen haben, vielleicht allerdings ohne vorher das Buch zu lesen. Nichtsdestotrotz, werde ich mir irgendwann die Extended Collectors Box kaufen und mich freuen, wie ein kleines Kind, den Film in "etwas länger" sehen zu können. Dann allerdings im Original, ohne die störende deutsche Stimme des entsetzlichen Smaug, Herr unter dem Berg, zumindest bis dato.

Doch was sagt ihr zu dem zweiten Teil der Trilogie? Wie hat euch der Film gefallen?

Kommentare:

  1. Mich hat die deutsche Synchro von Smaug auch total enttäuscht. Hatte viel vorab über den Film gesehen und dazu immer die englische Synchronisation gehört - die ich richtig, richtig geil fand.
    Und dann das auf Deutsch.. naja...

    Das Buch hab ich leider nie gelesen - ich hab es versucht, aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir Tolkiens Schreibstil nie reinging - daher kann ich da nicht mitreden, finde aber auch dass der Film absichtlich ausgeschlachtet wurde um das große Geld zu machen.

    Hatte vor knapp nem Monat auch ne Kritik dazu geschrieben - allerdings mit weniger Hintergrundwissen. Interessant das mal zu lesen! :)

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  2. Die Frage nach dem Warum? habe ich mir bereits gestellt als verkündet wurde, dass der Hobbit als Trilogie verfilmt wird. Ich habe auch das Buch gelesen und kann nicht verstehen wie sich ein selbstbezeichneter Tolkien-Liebhaber wie Peter Jackson auf so eine Art der Verfilmung einlassen kann.

    Ich fand beide Teile bisher grottenschlecht. Zum Einen wegen der, von dir auch erwähnten, fehlenden bzw. extrem ausgedehnten Handlung und zum anderen wegen den teilweise furchtbaren Dialogen, die mich mehr an hirnlose Actionproduktionen, die auf coole Helden ausgelegt sind als an die Welt von Mittelerde erinnern.

    Smaugs Stimme hat mich kaum noch gestört, weil ich bis dato schon (fast) alles so schlecht gemacht fand, dass diese Synchronisation zum Niveau des Filmes gepasst hat. Wirklich schade, die Filme (bzw. am besten natürlich nur Einer, wenn überhaupt dann höchstens zwei!) hätten mit den Schauspielern und der Ausstattung etc. so gut werden können!

    Liebe Grüße! (:

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  3. Vollkommen zustimm...
    Ich war so mega enttäuscht das kann man sich gar nicht vorstellen. Ich frage mich auch was zum Geiger wollen die noch in einen dritten Teil packen? So viel kommt da doch nicht mehr.
    Bisschen Geschnetzel, bisschen sterben, bisschen Schatz verteilen fertig... Max. Material für 1h Film...

    Ach ja, hier meine Meinung dazu: http://www.apes-land.de/?p=4713

    grüße
    Apes

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